Der Mensch ist zu über 95 Prozent unbewusst. Es ist recht einfach, das Unbewusste zu entschlüsseln, sobald man einmal das große Ganze der Bedürfnisse durchleuchtet hat. Dafür ist die Theorie der Bedürfnisse von größtem Nutzen:
Jeder Mensch auf der Welt hat die selben Bedürfnisse.
Der Mensch erlernt von Anbeginn seiner Geburt, unbewusste Informationen zu den Bedürfnissen in Form von Sinneserfahrungen, Gefühlen und Gedanken abzuspeichern. Im Erwachsenenalter führen wir diese Bedürfnisse in einem Auto-Pilotmodus täglich immer wieder aus. Wir spielen also “Und täglich grüßt das Murmeltier”. Tag ein und Tag aus mit unseren Bedürfnissen.
Wir konstruieren uns also durch unsere eigenen Gedanken und Gefühle unsere Realität. Als Beispiel: Wenn wir in der Kindheit erlernen, dass ein Elternteil den Gedanken “Meine Arbeit gibt mir Sicherheit” mit dem Bedürfnis Sicherheit verknüpft, speichern wir das in unserem Unbewussten ab und tragen das ein Leben lang als Informationen mit uns mit. Verliert dann der Elternteil diese Arbeit, wird Angst getriggert und auch das speichern wir ab. So können wir davon ausgehen, dass wir irgendwann ein ähnliches “Schicksal” in dieser Bedürfniserfüllung erleben werden, weil wir ja unsere Realität selbst durch unsere erlernten Gedanken und Gefühle erzeugen. Die Vergangenheit wird dadurch zu einer “selbsterfüllenden Prophezeiung” in der Zukunft, da unser Gehirn (bzw. das menschliche Gesamtsystem) Kongruenz im Aussen herstellt. So wie es innen in uns aussieht, wird das Aussen geformt. Höchstwahrscheinlich werden wir dann nicht wirklich auf die Idee kommen, “Arbeit” mit Freiheit zu verknüpfen (zB mit dem Gedanke “Arbeit ist für mich die ultimative Freiheit, mein Leben zu leben”), ausser wir haben andere Vorbilder dafür, die wir in unser System integrieren.
DIE THEORIE DER BEDÜRFNISSE
Wir erleben zwei unterschiedliche Realitäts-Matrizen
Das krasse an unserer “Realität” ist, dass wir in zwei unterschiedlichen Matrizen (mehrzahl von Matrix, ja, wie im Film) leben können. Die Matrix des Bedürfnis-Erfüllens ist die Matrix des Mangels und des Leidens.
Wir fühlen uns völlig abhängig von dem, was wir erleben, fühlen uns abhängig von dem, was wir fühlen und denken. Gedanken, Gefühle und Erfahrungen wiederholen sich immer wieder, ohne das wir es wirklich merken (da wir die Matrix des Bedürfnis-Fühlens nicht erlernen!).
Die Matrix des Bedürfnis-Fühlens hingegen ist die Matrix des unendlichen Glückes. Unsere Bedürfnisse sind frei von Erfahrungen, unseren Gedanken und Gefühlen.
Die Kunst im Leben ist es, in beiden Matrizen zu Hause zu sein.
3 Ebenen des Bedürfnis-Fühlens
Dabei ist das noch viel spannendere an Bedürfnissen, dass sie auf 3 verschiedenen ebenen fühlbar sind. Der Mikro- , Meso- und Makroebene.
Das Bedürfnis-Fühlen erfolgt auf der Mikro-Ebene in aller erster Linie durch uns Selbst, unsere eigenen Gedanken, Gefühle und durch unseren Körper. Das Fühlen auf der Mikroebene ist die Grundlage des Bewusstseins, dass wir unsere Bedürfnisse selbst fühlen können.
Das Bedürfnis-Fühlen auf der Makro-Ebene verbindet den einzelnen Menschen mit der Erde, dem Universum und der Menschheit. Dies ist eine wichtige Voraussetzung des Glückes, da Bedürfnisse sowohl auf das Innen als auch das Aussen gerichtet sind. Sie “denken” sowohl im kleinsten Mikrokosmos (zB der menschlichen Zelle), als auch im Makrokosmos (zB der Menschheit).
In unserem Beispiel wird das Bedürfnis “Sicherheit” auf der Meso-Ebene durch die Arbeit versucht, zu “sichern”. Doch an sich ist Arbeit von ihrer Natur her etwas Schwankendes. Daher ist das Bedürfnis “Sicherheit” immer der Angst ausgesetzt und es fühlt sich nie wirklich sicher an. Fühlt man jedoch das Bedürfnis “Sicherheit” auf der Mikro-Ebene (zB. Es bietet mir Sicherheit, meine Gefühle zu kennen), erlangt man automatisch eine innere, stabile Quelle, die wenig mit äußeren Umständen zu tun hat. Ähnlich ist es auf der Makro-Ebene. Ist der Gedanke “Als Teil der Menschheit fühle ich mich sicher.” erst einmal installiert, werden wir unsere Umwelt ganz anders wahrnehmen und eine ganz andere Realität erzeugen. Wir sind “align” mit der Menschheit.
Die Meso-Ebene des Bedürfnis-Fühlens stellt sozial zur Zeit den größten unbewussten Fokus dar und befindet sich leider in einem sehr chaotischen und desorientierten Zustand,. Gleichzeitig ist die Bedürfnisstruktur auf der Meso-Ebene oft im Widerspruch mit dem Bedürfnis-Fühlen auf der Mikro- und Makroebene und darunter leiden die Bedürfnisse in jedem einzelnen Menschen und universel-menschheitlich weltweit.
Persönliche Konflikte in der Welt entstehen, weil man sich der Subjektivität und Begrenzung der eigenen Bedürfnis-Struktur nicht bewusst ist und nie ganz aus ihr heraus treten kann.
Globale “Probleme” der Welt entstehen, weil man nicht auf der Makro-Ebene verbunden ist. Je mehr Menschen sich auf der Makro-Ebene verbinden, desto schneller lösen sich globale Probleme im Aussen. Es ist sehr effektiv, Lösungen unbewusst-glücklich zu “erfühlen”.
Das Bedürfnis-Fühlen ist als Glückspotential anzusehen, dessen höchste Stufe die der Makroebene entspricht.
Eine neue Entfaltung des Bedürfnis-Fühlens ist wichtig, um das volle Glückspotential auszuschöpfen.